Das Makassar. Nachdem ich in einem Schottlandurlaub einmal in Berührung mit kreolischer Küche gekommen bin (wilder Zusammenhang, versteh ich), war ich gecatched. Ich suchte nach einem Restaurant in der Münchner Gegend, welches ein ähnliches Repertoire an Gerichten auffährt, wie mein geliebtes „Black Pearl Creole Kitchen Gairloch“. Das leider einzige Restaurant, was in diese Kerbe schlug, war das Makassar in München, nicht zu verwechseln mit der Stadt in Indonesien! Nach einem guten halben Jahr Überzeugungsarbeit, hatte ich endlich alle Mitglieder der Schmankerljäger soweit, dass wir für den 4. März einen Tisch reservierten.
Als wir eintraten, wurden wir von einem tiefen, dämpfendem, bordeauxroten Teppich empfangen, das Licht war gedimmt, eine Wärme schlug uns entgegen und es fühlte sich nach etwas innigem, intimen an, in was wir uns hineinbegaben. Die Jacken wurden uns abgenommen und wir wurden sofort von einem sehr freundlichen, wenn auch sehr leise sprechendem Kellner, zu unserem Tisch geleitet. Uns erwartete eine gut gefüllte Weinkarte, die auch schnell ihren Job erledigte, es kam eine gute Flasche Rotwein (Ich meine es war ein 2023 Merlot, sicher bin ich mir aber leider nicht mehr). Dann hatten wir Zeit unser Ambiente zu beobachten. Ich fühlte mich, als wäre ich in einer sehr gemütlichen Überseevilla an einem warmen Sommerabend, hinter mir befand sich eine eindrucksvolle Reihe an nach unten geneigten Spiegeln, überall waren dunkle und erdige Farbtöne, tolle Gemälde, das Licht war warm und nach wie vor gedimmt. Kurzum, ich fühlte mich pudelwohl. Wären da nicht die lauten und umhertollenden Kinder unserer Mitgäste und das Licht ein kleines Stück heller gewesen, würde ich das Ambiente wohl als „perfekt“ bezeichnen.
Dann traf auch unser erster Gang ein, ich hatte einen Salat mit Scampis, dieser war absolut zufriedenstellend, jedoch nicht herausragend. Als Hauptspeise kam die Ente „Indochine“, die Lust auf Ente hatte das Verlangen nach kreolischem Essen überboten. Diese war sehr lecker, jedoch störte die nicht entfernte Sehne in der Mitte der Brust beim Verzehr sehr, das hatte ich schon besser erlebt. Dafür war das Kartoffelgratin und die Soße ein Gedicht. Die Menge war ein wenig kleiner, aber zusammen mit den anderen Gängen durchaus gut sättigend. Als Dessert kam noch eine wirklich große Schale Crème Brulée, diese war handwerklich sehr gut, nur war die Menge des Desserts, vor allem im Vergleich zur Hauptspeise, leider definitiv zu viel. Aber das ist meckern auf hohem Niveau, das sehe ich wohl ein.
Ein Gschmäckle hinterließ jedoch das Bezahlen. Nicht, dass der Preis arg zu hoch gewesen wäre, Nein, dieser war für die gebotene Qualität in Ordnung. Jedoch unterschlug der kassierende Kellner von einem meiner Kumpanen 5€ Rückgeld, welches explizit nicht als Trinkgeld vorgesehen war. Das war äußerst schade, denn es trübte den Blick auf den Abend.
Alles in Allem war ich sehr zufrieden, und kann einen Besuch guten Gewissens empfehlen!
