„Ich krieg ’nen Orgasmus, das ist so geil. Ich dachte, ich spritz mir in die Hose.“ – so poetisch fasste einer meiner Stammtisch-Kollegen sein Geschmackserlebnis im kreolischen Restaurant Makassar zusammen. Eine derart enthusiastische Reaktion machte mich natürlich neugierig: Hatte ich ein kulinarisches Paradies betreten?
Schon beim Betreten des Restaurants wurde ich von der warmen, gedämpften Beleuchtung und dem stilvollen Interieur in den Bann gezogen. Die geschmackvoll arrangierten Kunstwerke an den Wänden und die beeindruckende Spiegelwand verliehen dem Raum eine fast mystische Aura. Perfekt für anregende Gespräche, weniger ideal allerdings für das optische Genießen der Speisen, denn das Licht war stellenweise so dunkel, dass man sein Essen eher ertasten als bewundern konnte.
Ein weiterer Dämpfer für die Atmosphäre: Das ständige Umherwuseln der Kellner und der Lärmpegel durch mitgebrachte Kinder anderer Gäste sorgten zwischendurch für eine unruhige Stimmung. (Wer nimmt in so ein Restaurant seine krakeelenden Kinder mit?)
Anfangs schien der Service noch vielversprechend: Der erste Kellner nahm unsere Bestellung mit einer angenehmen Ruhe und Professionalität entgegen. Doch der zweite Kellner, der uns bediente, sprach leise und in sich gekehrt, sodass ich ihn kaum verstehen konnte. Den krönenden Abschluss lieferte dann der Dritte, der es tatsächlich schaffte, einen meiner Tischnachbarn um fünf Euro Trinkgeld zu betrügen – eine fragwürdige Geschäftspraktik, die den ansonsten gehobenen Eindruck des Restaurants ziemlich trübte.
Nun aber zum eigentlichen Star des Abends: dem Essen. Meine Vorspeise, die göttlichen Samosas, waren nicht nur optisch ansprechend, sondern auch geschmacklich eine wahre Offenbarung – knusprig, würzig, perfekt. Leider konnte der beiliegende Salat nicht mithalten: spärlich mit Dressing versehen und in einer Schale serviert, die ihn mehr zu einer sportlichen Herausforderung als zu einem Genuss machte.
Mein Hauptgericht, der Schmorbraten mit zwei Soßen – einer scharfen und einer deftigen – war eine Explosion der Aromen. So intensiv, dass meine Zunge überfordert war (und nicht etwa, weil es zu scharf gewesen wäre). Die Portion war reichlich und sättigend, und als ich einen Blick auf die Teller meiner Begleiter warf, wusste ich: Hier gibt es noch so einige weitere Köstlichkeiten zu entdecken.
Das „Makassar“ liefert geschmacklich ab – keine Frage. Wer sich auf die kreolische Küche einlässt, wird hier nicht enttäuscht. Das Ambiente ist stilvoll, doch zwischendurch unruhig. Der Service schwankt zwischen vorbildlich und fragwürdig.
Die Preise sind definitiv nicht günstig – selbst für diese Qualität.
7,5/10
