Das Gasthaus Geiger in Humbach hat seinen eigenen, rustikalen Charme, und eigentlich möchte ich es nicht allzu scharf kritisieren – schließlich handelt es sich um eine kleine, regionale Wirtschaft, die hausgemachtes Fleisch anbietet. Dennoch hinterließ mein Besuch einen insgesamt eher mäßigen Eindruck.
Die Speisekarte ist knapp gehalten, ebenso wie die Öffnungszeiten, und Kartenzahlung wird leider nicht akzeptiert – bedauerlich, aber für ein kleines, regionales Restaurant durchaus nachvollziehbar. Positiv hervorzuheben ist die schnelle Servierzeit: Die Speisen kamen zügig nach der Bestellung auf den Tisch.
Die urige Ausstattung und die bayrische Bedienung gaben mir ein authentisches Wirtshaus-Feeling. Sogar das gelegentliche Dröhnen vorbeifahrender Traktoren auf der Straße trug auf seine Weise zu dieser wohligen Atmosphäre bei. Auf der Tischdecke konnte ich jedoch ein wenig Schmutz entdecken, was den Gesamteindruck trübte. Die nahezu leere Gaststube bei unserem Besuch verstärkte das Gefühl, in einer seltsam verlassenen Wirtschaft zu sitzen – etwas, das zwar dem Umstand, dass wir das Gasthaus zu einer ungewöhnlichen Uhrzeit besuchten, geschuldet war, aber dennoch die Stimmung leicht dämpfte.
Mein Rinderlendensteak war in Ordnung, konnte aber geschmacklich keine Akzente setzen. Die Beilagen waren nicht erwähnenswert und öde angerichtet. Der Nachtisch, ein Stück Torte, enttäuschte ebenfalls: Was mich auf dem Teller erwartete, war ein Haufen süß-saurer Sahne, den ich nach ein paar Bissen an einen meiner Tischgenossen weiterreichte.
Insgesamt eine eher schwache Leistung, die primär für eingefleischte Liebhaber regionaler Küche reizvoll sein könnte. Doch wer mehr als bodenständige Hausmannskost erwartet, dürfte hier wohl enttäuscht werden.
Die Preise sind mit 15-30€ sehr human.
3/10
